Aktivurlaub- Frankreich Teil II

Uns gibt es auch noch. Hier könnt ihr den zweiten Teil unserer Reise durchlesen. Viel Spaß!

Mittwoch, 03.08.2016, abends, Aachen

Wir waren gerade einkaufen, Dinge die ohne Kühlung gut klar kommen, sodass wir in Frankreich nicht ohne Abendessen dastehen. Wir haben eine Kühlbox, aber nicht immer Strom. Charly packt seine Sachen zusammen und ich gammel mit Dundee auf dem Bett rum und scrolle mal wieder Jodel durch. Hier in Aachen sind das ja alles so Jodelsuchties. Gegen elf Uhr geh ich ins Bett und schlafe recht schnell ein.

Donnerstag, 04.08.2016, morgens, Aachen

Der Wecker klingelt um kurz vor vier. Der Plan ist es um 5 Uhr loszufahren. Also schnell Duschen, Sachen ins Auto( hatten am Abend nicht so große Lust) und den Hund noch mal auspowern. Also Fahrräder raus und ab geht’s. Ne knappe Stunde waren wir mit dem Fahrrad unterwegs, ein bisschen zu lang aber der Hund ist immerhin ausgelastet. Für den Moment.
Halb sechs. Wir fahren los. Gut, eine halbe Stunde zu spät aber das ist nicht so schlimm, wir sind ja ziemlich flexibel. Momentan schläft Dundee auch (6:32). Wir sind auf der 61 Richtung Koblenz. Das Wetter ist bewölkt und vereinzelt sieht man ein paar Sonnenstrahlen. Und bisher sagt das Navi, dass wir um halb elf in Basel sein sollen. Dann haben wir die ersten 500km geschafft, kommen noch knapp 800 dazu.

12:00 Uhr, Lörrach, Weil am Rhein, Basel

Wir sind in Weil am Rhein angekommen. Irgendwo im letzten Winkel Deutschlands, hier ist es auch im Vergleich zu Aachen, sehr sehr warm und so ein fremdes gelbes Objekt ist am Himmel. Ich glaube man bezeichnet dies als Sonne. Wir haben es 28°C!
Noch ein letztes Mal bei Aral getankt, und dann sollte es weiter gehen. Genau, sollte. Charly ist erst mal an der Einfahrt vorbeigefahren. Man muss auch bemerken, die letzte Araltankstelle ist kurz vorm Zoll, auf der anderen Seite. Insgesamt sind wir also gefühlte 100 mal durch den Zoll gefahren. Die mussten sich wohl auch gedacht haben: „ Was geht bei denen?“. Irgendwann haben wir es auch mal geschafft. Charly fährt auch schon seit heute morgen. Irgendwie möchte er mich nicht fahren lassen… Naja- dann kann ich ja währenddessen schon mal schreiben. Wir sind übrigens auch schon in der Schweiz, keine Ahnung wo genau, Reimattgasse, da wo es noch so deutsch klingt, außer der Radiosender, den kann man nämlich durch den Dialekt etwas erschwerter verstehen.
Dundee macht sich immer noch gut, wie auch zu erwarten. Der kleine Mann wird gut ausgelastet bei jeder Pause und muss danach leider wieder nach Hinten, aber er schlägt sich sehr gut. Mal sehen wie es weiter geht. Noch 583km haben wir noch vor uns. Heute Abend gegen sieben sollten wir da sein. Ich hab auch schon einen Ort ausgesucht wo wir als erstes hinfahren wenn wir angekommen sind. Es sind ca. 5km die wir dann mit dem Rad zur Mündung eines Sees fahren werden, damit klein Dundee die ganze Autofahrt aus den Beinen laufen kann. Aber bis wir da sind dauert es noch ein Weilchen.

20:00 Uhr, Castellane

_MG_9298.jpg20:00 Uhr ist es als wir ankommen. Plus ein paar Minuten aber das weiß ich auch nicht mehr so ganz genau… Sofort haben wir unser Zelt bezogen und haben danach die Fahrräder vom Auto geholt und sind dann direkt los in die Umgebung von Castellane. Unser Campingplatz „La Ferme de Castellane“ liegt vier Minuten außerhalb von der Stadt und ist ziemlich gut versteckt. Als wir ankommen, sieht man einen vollen Campingplatz. Voll und kuschelig, aber nicht so das man bei dem anderen im Zelt oder Wohnwagen sitzen würde.
Unser ganzer Weg führte uns die meiste Zeit über Serpentinen, das war auch der Zeitraum in dem ich am fahren war. Die letzten 500km gehörten nämlich mir. Also bestanden ungefähr 300 km aus meinem gemotze weil mich die Serpentinen einfach nur aufgeregt hatten. Serpentinen sind ja bei Need for Speed schön aber im echten Leben einfach nur unnötig…
Naja, zurück zu Castellane. Im hellen hatten wir noch eine Kirche gesehen die auf einem etwas höheren Berg stand. Die Chapelle Notre- Dame du roc. Das Problem war, dass wir erst mal den Weg nicht nach oben gefunden hatten und erst mal falsch fuhren. Danach war es zu dunkel und wir sind zurück zum Campingplatz. Dort haben wir dann noch Abendessen gegessen und sind dann auch schon schlafen gegangen. Dundee war auch froh mit dem Fahrrad die ganze aufgestaute Energie wegzurennen und verhielt sich in der Nacht recht ruhig. Irgendwann wurde ich wach weil er so lange und viel getrunken hatte und nicht ganz zufrieden war mit seinem Platz und oft zwischen Bett und Decke wechselte. Dazu kam noch das es regnete. Wir waren doch gerade aus der Regenstadt geflüchtet…

Freitag, 05.08.2016, Castellane, Rougon, Palud sur Verdon

Es ist 07:00 Uhr und ich bin wach. Dundee ist bei jeder Bewegung die ich mache sowieso wach und springt aufs Bett und begrüßt einen liebevoll. Ich steh auf und mach mich fertig. Lass Dundee kurz pinkeln und komm danach wieder. Frühstück gab es dann auch noch, wo dann Dundee von einem netten Ehepaar aus den Niederlanden gerufen wurde. Beide waren sehr erfreut einen Herder zu sehen und fanden, das er sich vorbildlich hier präsentierte.

_MG_9315.jpgNach dem Frühstück ging ich mit Dundee noch kurz die Strecke nach oben damit er sein Geschäft erledigen kann. Und da kamen 7-9 kleine Hühnchen auf ihn zugerannt. Und das ist mein ernst, die rannten auf ihn zu und machten erst kehrt als ein Auto sie von der Straße hupte. Zurück am Platz haben wir unsere Sachen gepackt und uns von den Niederländern verabschiedet und sind dann gefahren. Das Auto haben wir an einem öffentlichen Parkplatz abgestellt und sind dann zu Fuß hoch zur Chapelle Notre- Dame du roc gelaufen. Der Weg bestand aus losen Steintreppen und einem losen vorgegeben Weg. Dundee fand den Weg absolut klasse und war hoch motiviert und schaute sich immer um wo wir Trödler denn wohl blieben. Oben angekommen hatte man eine wunderschöne Aussicht auf Castellane und Umgebung. _MG_9318.jpgDanach haben wir einen Trampelpfad nach unten genommen der zur Pont du roc führen sollte, was wir nicht wussten, das war die Brücke über die wir am Vortag gelaufen sind. Der Weg nach unten war schmal, kratzig und uneben. Dundee war noch faszinierter als vorher und rannte immer freudig hin und her. Und als er dann am Ende noch in der Verdon schwimmen und plantschen durfte war das ein absoluter gelungener Tag bisher. _MG_9314.jpg_MG_9377.jpg

13:00 Uhr, Rougon

Wir sind auf dem Weg nach Rougon. Die Straße ist wieder gespickt mit Serpentinen. Es sind sehr schmale Straßen auf denen dir die Franzosen einfach entgegen geschossen kommen. Wir sind also durch die Landschaft geschlichen. Aber dadurch konnte man natürlich die Landschaft durch die man fuhr besser bestaunen. Es heißt von Castellane nach Rougon sind es 18 km. Sind es nicht! Es sind 180 gefühlt, einfach weil man nur rumschleicht…

Kurz vor Rougon sind wir noch mal angehalten. Viele Autos parkten hier und wir hatten keinen blassen Schimmer warum. Also anhalten und gucken warum die anderen so gucken. Wo wir waren habe ich jetzt gerade mal recherchiert. Point Sublime heißt der Ort an dem man die Verdon zwischen den Schluchten rumschlängeln sehen kann. Und ich sag euch, es ist eine atemberaubende Aussicht. Nachdem wir zu Ende gestaunt haben, fuhren wir in das Städtchen rein. Alle Städte in die man fährt fangen ziemlich schnell hinter dem Ortschild an und hören auch genauso schnell wieder auf. Meistens sind in diesen Orten so knappe 100 Einwohner, wenn’s nicht gerade ein noch kleineres Städtchen ist. Rougon hat kleine Gassen und schöne Blümchen am Rand. Es gibt einen Hauptplatz der mit seinen wenigen Bewohnern besetzt ist und den Touris die dadurch wandern. Denn einfach hinfahren und gucken lohnt sich Sprittechnisch nicht wirklich. Man sollte sich ein Städtchen in der Nähe suchen und dann dorthin wandern. Hier gibt es echt schöne Wanderrouten._MG_9416.jpg

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In Rougon hat Dundee dann auch einen Verehrer gewonnen. Charles ist sein Name, ein geschorener Mischling. Ganz süß aber sehr aufdringlich.
Gegen 15:00 Uhr haben wir uns dann weiter auf den Weg gemacht nach Palud-sur-Verdon. Am Campingplatz angelangt, fanden wir einen recht leeren Platz vor. Mal wieder viele Franzosen, ein paar Belgier und Niederländer und dann (!!!) zwei Deutsche und einer auch noch aus NRW, man soll es ja kaum glauben 😀 Aber hier sind Deutsche eine Rarität. Naja, zurück zum Campingplatz. Campingplätze gibt es hier auch mit Sternen. Unser hier hat 2, bedeutet es gibt Duschen, Toiletten, Wlan und Strom. Bei drei Sternen kommt da noch mehr zu. Aber ich weiß nicht genau was… _MG_9434.jpgIch glaube das dort auch feste Plätze angeboten werden, Hütten oder ähnliches. Unser Zelt steht nun schon seit einiger Zeit und die kleine Ortschaft haben wir auch schon erkundet. Dundee hat das erste Mal seine Active Walkers getragen und musste damit sogar traben. Fand er jetzt nicht so cool. Aber nach einem Tag Wanderung sieht man schon wie die Ballen sich etwas auflösen. Jetzt nicht denken, Oh Gott die lösen sich auf, sondern die schwarze Haut oder wie ich es beschreiben soll, nutzt sich bei Dundee ziemlich schnell ab und hier anscheinend noch schneller… Hier bleiben wir jetzt eine Nacht und morgen geht es dann weiter._MG_9439.jpg

Samstag, 06.08.2016, Palud-sur-Verdon, Chalet de la Maline, Moustier de St. Marie

Sieben Uhr. Nein, ich will noch nicht aufstehen… Die Nacht war so Arschkalt. Nur noch ein bisschen. 08:00 Uhr. Zeit aufzustehen, liegen kann man jetzt auch nicht mehr. Charly fing an alles einzupacken. Ich bin mit dem Hund raus. Heute geht alles ein wenig entspannter zu was das losfahren betrifft. Wir sind noch mal in den Ort um zu gucken ob es was zum grillen gibt. Aber da war nichts. Na gut, weiter ging es dann zur Chalet de la Maline. So nennt sich der Weg an dem man nach unten gehen kann zur Verdon. Das Wetter war wunderbar, nicht so knallend 30°C sondern angenehme 24°C. Dundee bekam seine Schutzschuhe an und lief natürlich erst mal wieder wie ein Idiot._MG_9472.jpg

Was ich noch anmerken muss, ich habe mich natürlich vorher schlau gemacht bezüglich dem herunter wandern an der Schlucht. Auf einem anderen Blog hatte ich gesehen, dass es nicht ratsam wäre mit dem Hund nach unten zu laufen. Da seien Stahltreppen und unpassierbare Wege. Und da seien auch Höhlen die unschön wären mit dem Hund zu passieren._MG_9475.jpg

Das stimmt einen jetzt nicht gerade optimistisch oder? Mir aber egal „No risk, no fun“ und „Leben am Limit“, gell? Quatsch, würde Dundee etwas geschehen, würde Mama mich fünf Köpfe kürzer Schlagen. Also haben wir beschlossen, dass wir so weit gehen, wie es mit dem Hund nur möglich ist. Den Weg den wir genommen haben nennt sich N°1: The Blanc-Martel walk, es heißt, dass dies der klassische Weg des GR 4 sei und ungefähr 16km beinhaltet und das Schwierigkeitslevel difficult besitzt. Kling gut was? Und den haben wir auch noch ausgewählt für den Hund. Sind wir noch bei klarem Verstand? Ja. Also ich will euch mal die Angst wegnehmen. So schlimm ist es nicht. Irgendwo werdet ihr ein Bild von der Treppe zu sehen bekommen. Sie ist zwar sehr steil und ihr müsste den Hund anhalten dort langsam zu laufen- nicht so wie Dundee, wo das Wort langsam keine Bedeutung hat- dann sollte das aufjedenfall mehr als machbar sein. Ansonsten lauft ihr über felsige Serpentinen nach unten. Festes Schuhwerk ist sehr zu empfehlen. Nehmt euch aufjedenfall Schwimmzeug mit und Schuhe mit denen ihr ins Wasser könnt. Ihr werdet es mir danken- falls ihr diese Bemerkung hier gefunden habt. Auch genügend Wasser, wir hatten 1.5 Liter Wasser für jeden mit, nehmt mehr mit, zwei davon wären besser gewesen für jeden. Bedenkt, ihr müsste den Weg den ihr vorher nach unten gelaufen seid auch wieder hoch laufen, wenn ihr nicht diese 16km Runde macht… _MG_9476.jpgWir sind aufjedenfall nach unten bis zum Wasser und es sind nur erschreckende 6000 Schritte. Wir hatten tatsächlich mehr erwartet… Unten angekommen wurden wir von türkisenem Gewässer begrüßt und ich dachte nur so wow. Allerdings war das Wasser echt flach was nicht so cool war, weil ich dachte ich könnte Dundee ne Runde schwimmen lassen um ihn abzukühlen… Ein paar Meter weiter haben wir dann ein Plätzchen zum schwimmen gefunden für ihn. Also GoPro an den Hund und auf geht’s. Charly ist ein wenig mit rein und irgendwann komplett mit schwimmen gegangen. Kann man machen. Letztendlich war ich auch schwimmen und zwar in Sporthose und Sporttop. Wir Idioten hatte ja nichts mit nach unten genommen… Wir befanden uns direkt an so einer Strömung wo Dundee die meiste Zeit sogar selber reingeschwommen ist und und erst gegen Abruf wieder daraus kam. Natürlich haben wir auch Bilder gemacht und sind brav geschwommen._MG_9557.jpg
Nachher als die Sonne auf unserer Seite weg war sind wir auf die Sonnenseite rüber und haben dort dann ein wenig gesessen. Dort wurden ich von einer Französin angesprochen die mir ein Bild von ihrem Herder zeigte der Fly heißt (muss wohl ein typischer Herdername sein, stimmts Lola?). Dundee war inzwischen durchgefroren (das Wasser ist arschkalt da) und musste zwangsweise in die Sonne verfrachtet werden, wo er aber nicht beiben wollte. Nachdem wir dann einigermaßen trocken waren bekam Dundee wieder seine Schuhe an und wir sind nach oben gelaufen. Eher geschlichen und unmotiviert, aber wir sind angekommen. Dundee war vollkommen fertig und legte sich auch schon unterwegs immer wieder in den Schatten. Nach einer etwas längeren Pause entschlossen wir uns dann weiter zu fahren zu unserem nächsten Ziel: Moustiers St. Marie. Unser Campingplatz war laut unserem Navi da, wo er nicht war. Erst durch suchen und rumfahren sind wir dann angekommen. Und wisst ihr wo wir sind? Am Arsch der Welt, irgendwo mitten im nichts, ohne Handyempfang oder ähnlichem. Aber dieser Campingplatz ist nur zu empfehlen! Wirklich! Im Internet heißt er Lions Gorge, heißt aber wenn man vor Ort ist anders. Lasst euch nicht erschrecken, dort sind sehr nette Menschen die euch helfen. Ihr seid am Campingplatz, wenn danach so Tippies mit Pferden und Paraglidern kommen. Dort wurden wir von einem netten Herren Empfangen der für uns einen Platz suchte. Ich sprach mit ihm so gut ich konnte und erklärte ihm das ich ihn aufjedenfall verstehe, aber nicht wirklich ausdrücken kann was ich sagen will. Er hatte Verständnis dafür und erzählte mir einfach irgendwas. _MG_9567.jpgWir schauten uns den zugewiesenen Platz an und dürfen den für eine Nacht behalten. Charly hatte dann unterwegs Münchener kennen gelernt wo der Mann auch noch ein Münsteraner war! Mann soll es doch kaum glauben, wo uns doch vorher noch Leute aus Osnabrück entgegen kamen. Unterwegs hatten wir noch „Pizza“ gelesen und wollten doch da mal gucken. Da die Franzosen es hier echt entspannt nehmen mit den Hunden und alle hier frei laufen, durfte Dundee natürlich auch frei laufen. Wir suchten uns den Weg zur Pizzeria und wurden von 3 Border Collies, einem Aussie, einem Aussi-Mischling und einem gestromten Mischling begrüßt. Das Highlight war, dass der eine Border Collie Rasta Zöpfe hatte, das sah einfach geil aus. Dundee war also gut aufgehoben. _MG_9569.jpg
Wir haben uns Pizza bestellt, übrigens ein kleiner Laden mitten im Nichts wo die Paraglider landen. Die Pizza war echt lecker, richtig dünner Boden und einfach nur lecker und nicht mal klein. Wir haben sogar deutsches Bier bekommen. Schmeckte jetzt nicht so wie deutsches Bier aber nun gut, der Wille zählt 😀 Ich hatte ein Weizen und Charly probierte ein Landbier. Und jetzt sitze ich hier um halb 10 und schreibe meinen Beitrag. Bin totmüde und glücklich. Heute war ein wunderbarer Tag. Bis morgen!_MG_9579.jpg

Sonntag, 07.08.2016, Moustiers St. Marie, Lac du Ste. Croix

Dundee ist der letzte der sich heute morgen bewegt hatte. Der kleine Mann ist einfach nur müde. Momentan liegt er neben mir und wacker kämpft er gegen die Müdigkeit an. Es ist sieben Uhr, ich schreibe meine Beiträge oder Geschehnisse immer Abends auf weil ich da einfach die meiste Zeit habe. Wir haben uns heute morgen auch Zeit gelassen. Um halb elf haben wir erst den Campingplatz verlassen und sind nach unten in die Stadt gefahren. Und wer Moustiers Sainte Marie nur von außen sieht und sagt es ist es nicht wert dort reinzufahren, dem kann ich sagen: Fahrt da bloß rein! Das ist die lebendigste Stadt die ich bisher auf unserer Reise gesehen habe. Und sie ist so schön! Ich bin verliebt. Viele kleine enge Gassen, Blumen und viele Menschen. Viele Hunde ohne Leine und angenehme 28°C. Natürlich sind wir auch zur besagten Kirche hochgelaufen, solltet ihr auch machen und euch danach einen Bananenshake in einer kleinen Gasse genehmigen. Dundee war auch sehr gut da aufgehoben und wurde diesmal von einem Border Collie belästigt, indem er Dundee die ganze Zeit hütete, egal ob er lag oder bei mir auf den Schoß krabbelte… _MG_9600.jpgWährenddes sen schreibe ich meine Postkarten, aber irgendwie gibt es keine Briefmarken… Gegen Mittag sind wir dann weiter nach St. Croix. Ich wollte unbedingt zu diesem Ort als ich den auf der Karte entdeckt hatte und ich kann bisher nur positives erzählen, aber ich denke morgen wird es wohl etwas ausführlicher. Wir haben uns heute direkt einen Weg zum See gesucht. Also an der Stelle wo alle Touris sind, empfehle ich nicht mit dem Hund hinzugehen, obwohl ich da Einheimische gefragt habe und die sagten das man den Hund einfach mitnehmen soll. Aber wir wollten etwas abgelegeneres weil es einfach entspannter ist und man sich keine Sorgen machen muss das kreischende Kinder auf den Hund zugerannt kommen oder ähnliches. Mitten in einer Kurve kam dann ein Parkplatz, den hatten wir auch genommen und sind dann irgendwie nach unten gekommen. Achtung: Steinstrand. Diesmal hatte ich meine Crocs mitgenommen und war diesmal besser gegen die blöden Steine gesichert. Als wir unten waren fanden wir wirklich dieses blaue Wasser vor. Es war nicht so eine Reaktion des Lichts. Ich war fasziniert und Dundee erst recht. Schnell gingen wir ins Wasser, denn nichts ging über eine sehr gute Abkühlung. Wir sind dort bis 18:00 Uhr geblieben und haben uns dann auf den Weg gemacht. Dort haben wir dann auch zwei deutschen Jungs zugeguckt wie sie am einparken waren, bis uns der eine ansprach ob wir aus Münster kämen. Wir bejahten dies und er erzählte uns das sie auch aus Münster kämen. Das sind dann schon die dritten Münsteraner! Ein Grund zu feiern 😀 Sie erzählten uns auch, das in Grenoble ihr Leihauto aufgebrochen wurde. Eine Stelle die mit Packpapier beklebt war zeigte den Einbruch… Hoffen wir, dass uns das nicht passiert… Morgen geht es wieder an den See, sehr wahrscheinlich für den ganzen Tag, denn ich muss noch an meinem Teint arbeiten. Ich fühle mich einfach noch zu weiß 😀_MG_9608.jpg

Montag, 08.08.2016, Lac du Ste Croix

Es ist waaaaarm. Es ist waaaarm. Charly hatte Albträume und war fast die ganze Nacht wach. Ich hab gut geschlafen. Dundee auch soweit, man merkt ihm aber an wie fertig er jedoch ist. Auch ein kleines Herdertier kann mal müde sein und zwar so richtig. Heute geht der Tag auch entspannter zu. Wir bleiben nämlich noch eine Nacht in Ste Croix und das ist die beste Entscheidung die wir treffen konnten.
Ich war allerdings schon seit sieben Uhr wach, weil Charly so am schnarchen war. Um acht habe ich dann endgültig aufgegeben und bin aufgestanden. Danach gabs Frühstück und wir haben uns langsam fertig gemacht für den See. In den Bikini geschlüpft und los geht’s. Zuerst sind wir zu einem Supermarkt gefahren, weil ich zum einem Angst um mein Tattoo hatte, bezüglich sonnen mit nur Lichtschutzfaktor 15 und zum anderen wollten wir noch was zum grillen haben für heute Abend. Und Achtung: Nehmt immer zwei Nummern höher mit als Lichtschutzfaktor! Und ich mein das ernst. Ich bekomme nicht schnell einen Sonnenbrand- jetzt habe ich einen im Nacken. Ich benutze eigentlich gar keinen Sonnenschutz und wenn nur LF 15 und auf meinen Tattoo LF 30 zu Hause. Jetzt benutze ich komplett hier LF 30. Es ist merkwürdig aber absolut notwendig. Schmiert euch auch eure Lippen ein, sie werden sehr dankbar sein. Noch was weiteres: Holt das schon in Deutschland alles. Hier ist es echt teuer wenn man seine Sonnencreme vergisst. Ich wollte mir auch eigentlich noch Après Sun holen, aber nein, für 20€ mach ich das dann doch nicht… Nachdem wir dann auch was zum Grillen gefunden haben und zwei eingefrorene Wasserflaschen mitnahmen für die Kühlbox, ging es zum See. Am See hab ich mich erst mal in die Sonne geschmissen und den Brathähnchenmodus eingeschaltet. Dundee und Charly sind direkt ins Wasser. Nachdem ich dann auch so aufgeheizt war bin ich auch ins Wasser und hab die GoPro mitgenommen um ein paar Aufnahmen für unser Video zu machen. Irgendwann wurde es mir zu frisch und ich musste die ganze Zeit niesen, hätte nicht gedacht das es bei diesem warmen Wasser und dieser Außentemperatur möglich ist. Nun gut… Irgendwann um fünf sind wir dann auch zurück zu unserem Campingplatz. Das war wohl einer der ruhigsten Tage die wir bisher hatten. Abendessen gab es auch schon und ein müdes und glückliches Dundee liegt auch im Zelt und schläft.

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09.08.2016, Lac du Ste Croix, Valensole, Bains de Groux, Esparron de Verdon

Die Nacht war scheiße. Kurz bevor ich schlafen gegangen bin habe ich meine tägliche Pfotenkontrolle bei Dundee gemacht. Und da hab ich sie gefunden, vier kleine Wunden an jeder einzelnen Pfote. Das kann ja nur ein schlechter Scherz sein. Also, Erste-Hilfe-Täschchen genommen und die Hinterpfoten eingewickelt sodass er nicht mehr lecken konnte. Schon da fand er mich scheiße… Für alle die es noch nicht wissen, Dundee hasst es an den Pfoten berührt und festgehalten zu werden, also könnt ihr euch so ungefähr vorstellen was ich gerade dem Hund angetan habe 😀 Vorne hab ich ihm die Schutzschuhe mit leichter Fixierung fest gemacht damit sich nichts staut. Tja und dann ging es die ganze Nacht nur aus dem Zelt raus und dann doch wieder rein. Dann war er komplett ums Eck verschwunden (mit langer Schleppleine angebunden) und war nicht sichtbar. Dementsprechend habe ich die Nacht schlecht geschlafen. Die Nacht war auch ziemlich warm, zum Teil kann ich es ja verstehen das Dundee lieber draußen bleiben wollte… Morgens hatte ich ihn dann wieder reingeholt und fand ihn ein wenig Wesenveränderet. Nicht so diese leichte spielerische und freche Art die er sonst jeden morgen hatte. Er war mehr meidend und zurückhaltend. Ich hab ihm auch die Pfotenschützer abgenommen und erst mal die Wunden angeguckt. Ein Glück, nicht mehr feucht und rötlich sondern trocken. Ab jetzt hieß es wohl für ihn Leckverbot. Den Weg zum See konnten wir uns auch sparen weil ich nicht wollte das er durch die Steine wieder offene Wunden bekommt.
Ich hatte am Abend dann auch beschlossen Vaseline zu besorgen, doch Abends um 23:00 Uhr ist das ein wenig spät… Also musste das heute geschehen. Im Internet habe ich mich darüber erkundigt wo es denn Vaseline hier zu kaufen gibt. Das Erste was ich gelesen habe war, dass die Franzosen Vaseline als Gleitgel benutzen. Also ich war erst mal etwas sprachlos, zumal wir bei uns zu Hause das zum einfetten der Pfoten benutzen. Na gut… In Valensole war die nächste Apotheke und ich bin da reingegangen und hab das erst mal so gesucht allerdings nichts gefunden. Natürlich sprach ich dann die Bedienung da an und fragte nach dem Fett. Sie schaute mich mit großen Augen an als ich ihr so gut es eben ging, mit meinem französisch, das ich damit die Pfoten meines Hundes einfetten wollte… 😀 Naja, sie hat die Vaseline rausgerückt und ich konnte endlich Dundees Pfoten einschmieren. Er fand das natürlich wieder unglaublich kacke aber bei seinen sensibelchen- Pfoten ein muss. Empfehle ich auch übrigens jedem mitzunehmen. Kann man auch sehr gut für trockene Lippen benutzen und das wird das erste sein was ihr hier bekommen werdet.
Valensole. Die Stadt sieht von außen echt cool aus. Am liebsten möchte man da Assassins Creed spielen, einfach weil diese Dächer und die ganze Stadtkonstruktion mit den Spielen vergleichbar ist. Auch heißt es das Valensole die Lavendelstadt Nummer 1 sein soll. Ist sie auch, aber alles war schon abgeerntet, so konnte man nur noch die lila Bemahlung und Andeutung von Valensole bewundern.

Wir sind dann weiter nach Bains de Groux weil wir dort im Internet gesehen haben das es dort Wasserzugang gibt ohne Steine die Dundees Pfoten verletzen könnten. Als wir da waren war es auch so.Dachten wir, dass wir wohl eine Nacht hier verbringen könnten. Und da wir auch nicht diese Nacht geplant hatten, sondern gesagt haben wir bleiben eine Nacht im Auto, haben wir diesen Plan schnell über den Haufen geworfen. Sanitäre anlagen und Duschen wären ja eigentlich mehr als schön. Hier in Bains de Groux haben wir allerdings keinen Campingplatz gefunden. Entweder war der uns zu teuer oder Hunde waren nicht erlaubt. Also saßen wir wieder da und haben geguckt wo wir denn hinfahren könnten. Kurzerhand hatten wir durch suchen ein Örtchen gefunden Namens Esparron de Verdon. Klingt gut was?

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Der Campingplatz den wir ausgesucht hatten ging nie ans Telefon… Also fuhren wir hin und fragten nach- complet- ganz toll… Aber wir suchten weiter denn es gab ja noch mehr Campingplätze hier. Jetzt sind wir auf dem „Campingplatz“ Le Grand Pre. Campingplatz in Anführungszeichen weil wir bei einem alten Ehepaar im Vorgarten schlafen. Und wir sind nicht die einzigen! Mit uns Zelten hier noch ca. 50 weitere Camper. Und die beiden haben uns so nett Empfangen, bei so was möchte ich solche Leute einfach umarmen, denn wir waren nicht angemeldet, hatten nichts reserviert, hatten einen schwarzen großen Hund dabei und standen einfach da und suchte noch was für eine Nacht.

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Nachdem wir dann das Zelt aufgebaut hatten und alles befestigt war fuhren wir in das im 13 Jhr. Erbaute Örtchen um uns dies etwas genauer anzugucken. Und ich sag die eins Mama, dieses Städtchen würdest du genauso lieben wie ich es tue. Auch war es direkt am See. Selbstverständlich mussten wir auch da drin schwimmen gehen aber die Seite wo alle waren war zu voll und der Zugang zum Wasser war doof. Also auf die andere Seite. Ja gut… Wie kommt man auf die andere Seite? Einfach ausprobieren, irgendwann ist man da. Dundee hatte inzwischen auch wieder zu seinem alten Ich wiedergefunden und war der kleine Quatschkopf. So waren wir dann fleißig schwimmen und tauchen und Fotos machen und sind dann gegen 18:00 Uhr gefahren. Erst einmal zum Supermarkt. Baguette für den Grill besorgen.
Wieder am Campingplatz angekommen haben wir dann den Grill angeworfen und haben uns unsere Chorizo und das Hühnchen gegrillt. Jetzt sitzen wir und entspannen. Dundee ist glücklich und wurde gerade von Kindern beknuddelt und ich schreibe hier für euch den Beitrag 🙂 (20:53).

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